Über

„liberty and justice for all“

In diesem Blog schreibe ich in unregelmäßigen Abständen Beiträge zu unterschiedlichen Themen, die im weitesten Sinne miteinander zusammenhängen. Es handelt sich dabei in erster Linie um ausformulierte Alltagsgedanken, die überwiegend „feuilletonistischen“ Charakter haben und hie und da mit wissenschaftlicher Expertise angereichert werden. Letztlich bringen solche Beiträge Stringenz, Fokus und selbstkritische Prüfung in die gedankliche Abstimmung mit der Welt im Alltag. Bei dieser konzentrierten dialogischen Abstimmung zwischen mir und der Welt, durch die und in der wir leben, werden auch Aspekte beleuchtet und teilweise Zusammenhänge erschloßen, die mir vorher gar nicht so deutlich und klar bewusst waren. Insofern ist diese Art des musternden und beurteilenden Schreibens auch ein Medium, sich selbst und die Welt zu erkunden und dabei zugleich Neues zu erschaffen. Zumindest das erwarte ich von dieser abstimmenden und prüfenden Alltagsübung. Überdies könnte dies auch ein mehr oder weniger engagierter Beitrag zur „Politisierung der Öffentlichkeit“ sein, wobei in diesem Rahmen solche Ansprüche eine gewisse Selbstüberschätzung darstellen mögen. Die strengere Gangart fahre ich im universitären Studium beziehungsweise in der Wissenschaft, die ebenfalls Überraschungen und Erkenntnisse in stetiger Überprüfung bereithält, zugleich aber auch als Teil der Gesellschaft dazu beitragen muss, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ (Marx). Auch die Wissenschaft ist Teil der fortlaufenden (Re-)Produktion der Gesellschaft und trägt in diesem Sinne Verantwortung für den Verlauf der menschlichen Entwicklung – ob nun Informatiker, Wirtschaftswissenschaftler, Juristen, Philosophen, Gesellschaftswissenschaftler oder Mediziner, ob sie es wahrhaben wollen oder nicht, sie tragen alle zur gesellschaftlichen (Re)Produktion unseres Seins bei. Dies gehört zu meinem Selbstverständnis und auch Verständnis von Wissenschaft, denn letztere ist nicht bloß Streben nach Wahrheit.

Daniel Fehrmann, aufgewachsen in Berlin. Arbeitsaufenthalte und Studium in Berlin, Marburg, Dublin/Irland und zuletzt in Frankfurt am Main. HiWi und Tutor bei der Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt deutsche und europäische Außenpolitik (Prof. Dr. Gunther Hellmann) sowie bei der Professur für Internationale Beziehungen mit dem Schwerpunkt Weltordnungsfragen (Prof. Dr. Reinhard Wolf) an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Abschlussphase meines Magisterstudiums der Philosophie, Politikwissenschaft und Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Interessen u.a.: political philosophy, ethics, social justice, Kapitalismusforschung, Fragen gesellschaftlicher Reproduktion (Marx, Althusser, Foucault), philosophische Grundlagen der Kapitalismuskritik, foreign policy analysis and international relations; newspapers and political magazines; literarischer Realismus; boxing, fitness, Musik und Bewegung an der frischen Luft. Vorliebe für den Frühling, in dem die Kräfte erwachen.

“This is what you shall do: Love the earth and sun and the animals, despise riches, give alms to everyone that asks, stand up for the stupid and crazy, devote your income and labor to others, hate tyrants, argue not concerning God, have patience and indulgence toward the people, take off your hat to nothing known or unknown or to any man or number of men, go freely with powerful uneducated persons and with the young and with the mothers of families, read these leaves in the open air every season of every year of your life, re-examine all you have been told at school or church or in any book, dismiss whatever insults your own soul; and your very flesh shall be a great poem and have the richest fluency not only in its words but in the silent lines of its lips and face and between the lashes of your eyes and in every motion and joint of your body.”

– Walt Whitman, Leaves of Grass, 1855

Soweit die Vorläufigkeit der partiellen Selbstdarstellung.

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